Kennt die App den Waffenerwerbsschein — und was passiert, wenn er abläuft?
Der Waffenerwerbsschein ist in Waffenschrank ein eigener Dokumenttyp mit Erwerbsfrist: sechs Monate, um drei Monate verlängerbar (Art. 8, 9, 9b WG; Art. 15, 16 WV). Läuft diese Frist ab, zeigt die App kein rotes „abgelaufen“ — das wäre sachlich falsch, denn die damit erworbene Waffe bleibt rechtmässig erworben. Sie zeigt schlicht das Ende des Erwerbsfensters. Pro Erwerbsschein dürfen höchstens drei Waffen gleichzeitig beim selben Veräusserer erworben werden (Art. 16 WV). Zuständig ist dein Wohnsitzkanton.
Wie verwaltet die App Waffen, für die kein Erwerbsschein nötig ist?
Über den schriftlichen Vertrag nach Art. 11 WG — und zwar an der Waffe, nicht in der Personenliste, weil pro Waffe ein Vertrag existiert. Dieses „Dokument“ hat keine Behörde, keine Nummer und kein Ablaufdatum, aber zwei Fristen, die zählen: Der Vertrag ist zehn Jahre aufzubewahren, und bei Feuerwaffen geht binnen 30 Tagen eine Kopie an die kantonale Meldestelle (Art. 11 Abs. 3). Waffenschrank merkt sich Vertragsdatum, Gegenpartei und das Ende der Aufbewahrung. Welche Waffen erwerbsscheinfrei sind, steht in Art. 10 WG; im Zweifel beurteilt das deine kantonale Behörde.
Gibt es in der Schweiz ein Kontingent oder einen Bedürfnisnachweis?
Nein — und die App tut auch nicht so. Die Zahl der Waffen ist nicht gedeckelt, und für Waffen, die mit Waffenerwerbsschein erworben werden, verlangt das Waffengesetz keinen Nachweis regelmässigen Schiessens. Was in Deutschland Bedürfnis heisst, gibt es in dieser Form nicht; Waffenschrank blendet die Bedürfnis-Ampel für die Schweiz deshalb aus, statt eine deutsche Rechenregel über Schweizer Zahlen zu legen. Einen Nachweis kennt allein die erleichterte Ausnahmebewilligung für Sportschützinnen und Sportschützen: nach fünf und nach zehn Jahren die Vereinsmitgliedschaft oder regelmässiges Schiessen, also mindestens fünf Schiessen je Fünfjahreszeitraum an verschiedenen Tagen (Art. 28d Abs. 3 WG, Art. 13e Abs. 3 WV). Ein Bedürfnis ist ausserdem für die Waffentragbewilligung darzutun (Art. 27 WG).
Schreibt das Schweizer Recht einen Waffentresor vor?
Das Bundesrecht nennt weder eine Tresorpflicht noch eine Behältnisklasse. Art. 26 WG verlangt sorgfältige Aufbewahrung und Schutz vor dem Zugriff Dritter; bei Seriefeuerwaffen sind die Verschlüsse getrennt unter Verschluss zu halten (Art. 47 WV). Kantone können zusätzliche Auflagen machen — im Kanton Zürich etwa ein Sicherheitskonzept bei grossen Beständen. Waffenschrank empfiehlt einen abschliessbaren Waffenschrank und getrennt gelagerte Munition, verkauft dir aber keine Norm als Pflicht, die im Gesetz nicht steht. Was in deinem Fall genügt, sagt dir deine kantonale Behörde.
Ist die App auf meinen Kanton eingestellt?
Waffenerwerbsschein, Ausnahmebewilligung und Waffentragbewilligung gelten schweizweit — kantonal variiert die zuständige Stelle, nicht der Dokumenttyp. Darum führt Waffenschrank den Kanton als eigenes Feld und lässt die Behörde frei eingeben: Kantonspolizei, Sicherheitsdepartement oder Amt für Militär, je nachdem, wo du wohnst. Was die App ausdrücklich nicht abbildet, sind die 26 kantonalen Jagdregelungen — Patent- und Revierkantone unterscheiden sich in Bezeichnung und Dauer, und wir haben sie nicht geprüft. Dafür ist dein Kanton die Auskunftsstelle.